Refa-Gehälter in Deutschland

In England, wo ich ursprünglich herkomme, gilt immer noch das Tabu, einem Fremden nach der Höhe seines Gehalts zu fragen. In den ersten Jahren in Bayern fragten neue Bekannte aber sehr schnell nach der Größe und Lage meiner Wohnung, was damals in England bei Fast-Fremden zwar nicht sittenwidrig, aber doch etwas ungewöhnlich war.

Als Ausbildungstrainer für angehende ReFas und Fremdsprachenkorrespondent/innen werde ich immer wieder nach dem Anfangsgehalt gefragt: „Wie viel soll ich verlangen/fordern/erwarten?“ Die Frage nach dem Gehalt, die dem Fremden vorenthalten bleibt, wird plötzlich „öffentlich“ und erwartungsgemäß diskussionswürdig. Da die meisten Studierenden in meiner  Stadt München arbeiten werden, kann ich sie mit einer groben Orientierung von der Summe „x“ ± 10% zufriedenstellen. München ist bekanntlich teuer, was die Mieten betrifft. Bei einer kleineren Mietswohnung beträgt die Miete ca. 11 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Der Bundesdurchschnitt beträgt übrigens 6,3 Euro.

Legal English hat so viel Zukunft

Die Engländer lieben die Zukunft. Wahrscheinlich weil jedes erobernde Volk eine neue Zukunft im Brotzeitbeutel mitgebrachte. Als traditionsliebendes Volk haben die Engländer nicht einmal versucht, die eine oder andere Zukunft abzuschaffen. Zum Leidwesen aller Englischlernenden in späteren Jahrhunderten. Sie fragen sich wohl, warum so viel Zukunft, wenn die Engländer so viel Vergangenheit haben, Traditionen, Bräuche, usw. Hätten sie diese Zukünfte (Pardon!) nicht vereinen bzw. bündeln können? Nach dem modernen Einkaufsslogan „Buy one, get four free!“ wollen die Engländer Euch sagen: „Wenn Du unsere Sprache bzw. die Zukunftsform lernen willst, musst Du die anderen vier Zukunftsformen auch lernen. Ätsch.“ Sie haben’s spätestens jetzt erahnt. Es geht wieder um die leidige Grammatik.

Der Plain-Legal-English-Campaign gefällt’s nicht!

Seltsam, ist es nicht? Deutsch und Englisch benehmen sich manchmal wie „long-lost cousins“. Im Bereich „Legal English“ verhalten sich die folgenden Zusammenstellungen wie die agglutinative deutsche Sprache. Man nimmt „hier“ fügt „bei“ hinzu: Abracadabra, man hat „hierbei“. Die „Plain English Campaign“ allerdings findet kein Gefallen an Vetragstexten, die mit Wörtern wie hereto, hereof, hereby, hereafter, hereinafter, forthwith, whereas, witnesseth, pursuant durchsetzt sind. In einem Vertrag neulich fand ich 15x „hereto“, 12x „hereof“ und 12x „hereby“. Kleines Beispiel: “IN WITNESS whereof the hands of the parties hereto the day and year first before written.” Gleich verstanden?

Prepositions in Legal English Part I

We use prepositions in every form of English to show the position, time or method of a person or thing. You know many examples: to London, in the bath, at court, in his office, between the devil and the deep blue sea, before the hearing. Some of them seem to be quite logical, as in the example: Lord Harry cannot speak to you. He is lying in a bath of champagne, drinking most of it. Others are totally illogical: the parties to the contract, for example. Why not “the parties of the contract”? The sad truth is many prepositions have to be learnt in the context and by heart.

Liebe ReFas und ReNos, 20 Jahre dabei und auf der Suche nach neuen Herausforderungen?

 

Geben wir es doch zu, einige Assistent/innen in deutschen Kanzleien sind froh, wenn sie eine feste Stelle haben und eine relativ ruhige Kugel schieben können. Zu dieser Spezies gehörst du aber nicht. Du suchst die Möglichkeit, deine Berufserfahrung mit neuen Kenntnissen zu ergänzen und mit Neuigkeiten aus deinen Rechtsgebieten zu bereichern.

Wir haben bei deinen Kolleg/innen in München eine kleine Umfrage gestartet, um herauszufinden, was sie unternehmen, um beruflich am Ball zu bleiben. Sie waren bereit, uns einige Tipps zu geben, die sicherlich auch euch inspirieren werden. Du hast bestimmt auch Ideen, wie man den Berufsalltag mit neuen Impulsen würzen kann. Schreib uns, deine Kolleg/innen sind dankbar für jeden Tipp. Wir werden deine Infos in einem Kommentar veröffentlichen.

Bewerbungstipps für ReNos und ReFas

In der zweiten Novemberwoche feiern US-Amerikaner „National Update Your Resume Month“. Da wird der alte Lebenslauf aus der verstaubten Schublade herausgeholt und computertechnisch auf den neuesten Stand gebracht. Manche werden vielleicht feststellen, dass die Altversion mit orthographischen Fehlern gespickt war, und werden sehr erleichtert sein, dass sie sie im vergangenen Jahr doch nicht verwenden mussten.

Den „Paralegals“ oder „Legal secretaries“ in den Vereinigten Staaten ist bekannt, dass ihr „Resume“ fest verankerten Normen entsprechen muss, und deshalb lassen sie sich diese wichtige Unterlage von einer Fachperson überprüfen. Während meiner Gespräche mit sehr freundlichen und erfahrenen Mitarbeiterinnen der Personalabteilungen in Deutschland versuchte ich, ihre Stellungsvermittlungskriterien zutage zu fördern. To be more precise:, Ich wollte herauskitzeln, welche „pet peeves“ (Lieblingsärgernisse) und „darlings“ bei der Entscheidung, eine/en Bewerber/in zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen, sie nach vielen Jahren in der Branche kultiviert hatten.

Was bin ich? Legal Secretary, Legal Assistant, Paralegal, oder was?

Als Übersetzer hat man zum Teil große Schwierigkeiten, Berufsbezeichnungen ins Englische zu übertragen. Die Verlegenheitslösung ist zuhauf die direkte Übersetzung. Demnach wird „Fremdsprachenkorrespondent/in“ zu „foreign language correspondent“, „Industriekaufmann/frau“ zu „industrial clerk“ und „Werbekaufmann“ zu „trained advertising merchant“ – Begriffe, die einem Angelsachsen ziemlich fremd vorkommen, weil sie selten, wenn überhaupt, auf dem britischen oder nordamerikanischen Arbeitsmarkt Gebrauch finden.

Die/Der Rechtsanwaltsfachangestellte findet aber mehrere Entsprechungen, die den Nagel nicht immer auf den Kopf treffen:  „legal secretary“, „legal assistant“, „paralegal“, „lawyer’s assistant“ und „assistant legal consultant“. Kein Wunder, denn die Ausbildungsinhalte unterscheiden sich nicht nur zwischen Deutschland und Großbritannien/den USA, sondern auch zwischen den einzelnen Bundesländern. Auch umfasst und ergeben sich am Arbeitsplatz in einer Großkanzlei andere Tätigkeitsbereiche als beispielsweise in einer Wald- und Wiesenkanzlei.

Become a fan of the Present Perfect…

 

Machen wir uns nicht vor, liebe Legal Professionals. Die Grammatik und die Struktur der englischen Sprache sind zwar notwendig, aber sehr ärgerlich, wenn es um die vielen Unterschiede zwischen den beiden germanischen Sprachen geht. Englisch ist Germanisch, jawohl, denn die Eroberer aus Niedersachsen und Teilen Norddeutschlands haben nach dem Verfall des römischen Reiches ab dem vierten Jahrhundert die Kelten in die Ecken der Inseln vertrieben und ihre Sprache für immer und ewig durchgesetzt. Die germanische Brühe, die metaphorisch in großen Kesseln über den Kanal gefördert wurde, wurde später mit französischen Gewürzen aus der Normandie und vielen schwedischen und dänischen Kräutern verfeinert. Ganz Europa – inklusiv Rom– leisteten nolens volens einen großen Beitrag zur späteren Weltsprache .

I like “Legal English”, “Rechtsenglisch” weniger…

Vor kurzem habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Kanzleiwelt unter Rechtsenglisch etwas anderes versteht als unter Legal English. Bei unserer Telefonakquise brachten die meisten Mitarbeiter eine Übersetzertätigkeit mit Rechtsenglisch in Verbindung, aber unter Legal English verstanden sie sofort, was wir anbieten, nämlich Kurse für die Assistenz und für Rechtsanwälte.

Da hab ich mich auf die Suche nach der Häufigkeit beider Begriffe gemacht: Bei Google erntete ich für Deutschland lediglich 18.800 Treffer für Rechtsenglisch, für Legal English aber 1.080.000 Treffer. Dass sich die Menschen in Deutschland gerne englische Begriffe zu Eigen machen, ist hinlänglich bekannt. Ich finde es trotzdem ziemlich bizarr, dass Nutzer wie Sprachschulen, Anwälte, Kanzleimitarbeiter – wie bei unserer Telefonakquise –, die in der Regel in ihren Schriftsätzen, Verträgen usw. Fremdwörter gerne vermeiden, gleich zum Terminus „Legal English“ greifen.